Jahrgang 7 begegnet Migration: Interviews, Begegnung und gemeinsames Picknick

IMG 5065Am 12. und 19. Juni 2026 wurde an unserer Schule Migration nicht nur im Unterricht behandelt, sondern ihr begegnet: Im Rahmen des GEWI-Freitages führte der Jahrgang 7 Interviews mit Menschen, die selbst einen Migrationshintergrund haben oder beruflich bzw. ehrenamtlich im Bereich Migration tätig sind. Die Vorbereitungen waren gründlich: Die Schülerinnen und Schüler setzten sich inhaltlich mit verschiedenen Aspekten von Migration auseinander, entwickelten Fragen und planten die Begegnungen organisatorisch — inklusive Einladung per E‑Mail, Rollenverteilung und Auswahl von Orten für die Gespräche.

Die Interviews fanden an zwei Tagen statt: am 12.06.2026 trafen sich die Klassen 7a und 7b mit ihren Gästen, am 19.06.2026 folgten die Klassen 7c und 7d. Die Gespräche wurden bewusst an unterschiedlichen Orten auf dem Schulgelände geführt — im Amphitheater, am Teich, auf Picknickdecken, in der Kantine oder auch auf der Projektfahrt nach Kreisau. Diese abwechslungsreichen Schauplätze schufen eine entspannte Atmosphäre, die persönliche und offene Gespräche begünstigte.

IMG 5064Im Anschluss an die Interviews organisierte der Jahrgang 7 ein gemeinsames Picknick bei den Tischtennisplatten. Dort konnten Schülerinnen und Schüler und ihre Gäste in lockerer Runde weiter ins Gespräch kommen und den Tag gemeinsam ausklingen lassen. Bei den anschließenden Begegnungsaktivitäten wurden gemeinsame Erfahrungen gesammelt: Es wurden Uno und Tischtennis gespielt, Basketballkörbe wurden geworfen und Gäste erhielten Schulhausführungen — kleine Erlebnisse, die das Gespräch vertieften und Verbindung schufen.

Das Ziel des Projekts wurde erreicht: Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur „über“ Migration gesprochen, sondern Begegnungen gestaltet und wirklich erlebt, was Migration für Menschen und für unsere Gesellschaft bedeutet. Die persönlichen Geschichten und das gemeinsame Tun haben Perspektiven erweitert, Vorurteile relativiert und Empathie gestärkt. Vielfalt bereichert; Toleranz ist ein wichtiger gesellschaftlicher Wert und zugleich Voraussetzung für gelingende Migration. Diese Tage zeigen, wie Begegnung, Respekt und gemeinsames Miteinander nachhaltiges Lernen ermöglichen.

IMG 5060Ein großer Dank gilt allen interviewten Gästen sowie unseren Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 7, die diese Tage möglich gemacht und zum Erfolg geführt haben. Das Projekt wird im nächsten Schuljahr im neuen Jahrgang 7 wiederholt — denn persönliche Begegnungen sind ein besonders wirksames Lernfeld für gesellschaftliche Themen wie Migration.

Einblicke aus den Erkenntnissen des Jahrgangs 7:

„Bei meiner Begegnung habe ich gelernt, dass egal wo Migranten oder Migrantinnen hingehen, werden sie fast immer blöd angeguckt - egal wohin. Es wird manchmal von oben bis nach unten abgescannt, wie er oder sie aussieht und das hört nicht auf, egal wie sehr man sich bemüht.
Besonders interessant fand ich, dass zu so einem Wohnheim auch Familien hinkommen können und dort wohnen können. Überrascht hat mich, dass wir überhaupt so einen Einblick bekommen konnten über Migration.“

„Ich nehme von diesem Tag mit, dass es in anderen Ländern keine so große Meinungsfreiheit gibt wie in Deutschland. Andere Schülerinnen und Schüler sollten wissen, dass sie sich glücklich schätzen können, dass sie in Deutschland geboren worden sind, wo es Demokratie und gute Bildung gibt.“

IMG 0307„Überrascht hat mich, dass Migranten so einen langen Weg haben, bis sie sich eine Wohnung leisten können oder bis sie erst arbeiten dürfen. Bei meiner Begegnung habe ich gelernt, dass Migranten es nicht einfach haben und dass es gar nicht so stimmt, was andere Menschen behaupten. Dass z.B. Migranten es so leicht haben und alles bekommen. Andere Schüler und Schülerinnen sollten wissen, dass die Migranten es schwer haben, überhaupt erst hierher zu kommen. Und dann werden sie nicht mal gleich behandelt wie wir.“

„Bei meiner Begegnung hab ich gelernt, dass das Welcome-Center Leuten hilft, die neu hier sind und hilft, sie einzugliedern. Ich nehme aus diesem Tag mit, dass es dort viele Leute gibt, die nett sind und überraschend fand ich, dass die Menschen, die neu hier herkommen und Migrationshintergrund haben, oft nicht so nett empfangen werden und oft schlechte Erfahrungen machen.“

IMG 0304„Bei meiner Begegnung habe ich gelernt, dass viele Menschen schon einmal Migration erlebt haben. Egal ob es schlimm war oder nicht, es bleib trotzdem im Gedächtnis. […] Ich nehme von diesem Tag mit, dass es viele Vorurteile gibt, die überhaupt nicht stimmen. Man sollte sich immer selber ein Bild von machen, bevor man Vorurteile verbreitet oder macht.“

„Bei meiner Begegnung habe ich gelernt, dass nicht alle Migranten böse sind, wie alle sagen .
Besonders interessant fand ich, dass meine Person auch mit Migranten aus Kriegsgebieten arbeitet.“

„Andere Schülerinnen und Schüler sollten wissen, dass Migration öfters nichts mit Flüchtlingen zu tun hat. Ich nehme von diesen Tag mit, dass Migration vielfältig und besonders ist.
Besonders interessant fand ich, dass wir die selben Hobbys hatten.“

IMG 0303„Ich nehme von diesem Tag mit, dass es manche Menschen hier bei uns in Deutschland nicht so einfach haben, wie es immer aussieht. Dass die meisten Menschen von ihnen super viel durchmachen mussten und trotzdem mit uns darüber redeten, auch wenn es ihnen schwerfiel. Diese Menschen sind wirklich stark, lustig, und super nett - es war ein erlebnisreicher, wunderbarer Tag.“

IMG 0302„Besonders interessant fand ich, dass manche Menschen alleine ihre Heimat ohne Familie verlassen. Bei meiner Begegnung habe ich gelernt, dass die meisten sehr offen für alle Fragen waren und alles erzählt haben. Ich nehme von diesem Tag mit, dass man keine Angst haben braucht, denn sie waren bei der Begegnung alle freundlich.“

Daniel Michaelis