Schüler stellten eigenes Schmerzmittel her!

Bild0460Am 29. Juni 2010 veranstaltete „Science on Tour Lausitz“ von der Hochschule Lausitz (FH) in Zusammenarbeit mit unserem Gymnasium ein Projekt im Chemie-Grundkurs des 12. Jahrganges. Das Thema hieß „Synthese von Paracetamol“.

Wer kennt das nicht – diesen feinen Wirkstoff, der in Medikamenten vorkommt und Schmerzen lindert? Einen solchen Stoff selbst herzustellen, bot also einen gewissen Reiz für uns, schon weil wir dessen Nutzen sofort erkennen konnten. Angeleitet und informiert wurden wir von Herr Krätschmar, der Diplom-Chemiker ist und Christoph Mihan, welcher noch seinen Master als Chemie-Ingenieur an der Hochschule Lausitz abschließen will.

Bild0464Nachdem Herr Krätschmar uns den theoretischen Teil des Projekts in einfacher und visueller Form vermittelt hatte, bildeten wir Gruppen und versuchten uns an dem Aufbau der Apparatur für das Experiment. Diese Aufgabe beinhaltete dank genauer Pläne noch die wenigsten Schwierigkeiten und Herr Krätschmar und Christoph Mihan standen uns die ganze Zeit über mit Rat und Tat zur Seite.

Bild0461Die Herstellung begann damit, dass p-Aminophenol mit destilliertem Wasser und Essigsäureanhydrid in einen Zweihalskolben gegeben wurde. Zehn Minuten lang erhitzten wir das Gemisch im Wasserbad bei ungefähr 90°C. Durch die Hitze und Rührprozesse entstand eine homogene Lösung – p-Acetaminophenol (Gebrauchsname Paracetamol), welche wir dann ins Eisbad gaben. Bei den niedrigen Temperaturen kristallisierte das p-Acetaminophenol. Um die Feuchtigkeit aus dem weißlichen Stoff zu ziehen, wurde das Gemisch gefiltert und mit Tüchern trocken gepresst. Etwas deprimierend für uns fiel der nächste Schritt aus. Das schöne weiße, trockene Pulver mussten wir wieder ins destillierte Wasser geben und im Wasserbad wieder erhitzen bis es in vollkommen gelösten Zustand vorhanden war. Allerdings war auch dieser Schritt notwendig, um den Stoff so rein wie möglich zu bekommen. Wer möchte schon von seinem Arzneimittel vergiftet werden?

Bild0462Also mussten wir nochmal erhitzen, filtern, trocknen und schließlich hatten wir unser Endprodukt. Das fertige Paracetamol war ein weißes Pulver. Leider durften wir es nicht behalten und mit nach Hause nehmen. Im Schnitt stellte jede Gruppe genug Paracetamol für drei Tabletten her. Bild0467Trotz der sommerlichen Temperaturen wurde diszipliniert und konzentriert gearbeitet und Schüler und Projektleiter konnten gleichermaßen befriedigt aus dem Unterrichtsblock herausgehen. Als Dank für dieses Highlight am Ende des Schuljahres in Chemie bekam jeder der  beiden Projektleiter ein Glas Honig – eine etwas andere Medizin, die mit ihrer Süße auch so manchen Schmerz vergessen lässt und sicher besser schmeckt als Paracetamol.

Carolin Kohlbacher CHG-12

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